Jetlag

Mittwoch, 18.06.2014

Wir starteten dann tatsächlich mit fast 3 Stunden Verspätung in Halifax und nein, das lag nicht daran, dass wir unser Handgepäck nochmals umpacken mussten, wie böse Zungen bereits behaupteten. Zwei Fluggäste hatten sich die Verspätung schön getrunken und wurden so von der Beförderung ausgeschlossen. Das führte dazu, dass das zugehörige Gepäck gefunden und wieder ausgeladen werden musste. 

Was die beiden nicht wussten, aufgrund der Verspätung gab es im Flieger alkoholische Getränke kostenfrei. Da hätten die echt ne Menge Geld sparen können (neuer Rückflug, 2 weitere Hotelnächte und eine sicher nicht unerhebliche Kostenpauschale der Luftsicherheit). Selbst das Premium Fensehprogramm wurde kostenlos freigeschaltet und es gab kostenfreie Kopfhörer, wow.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Das ist der absolut neuste Renner. Man bietet auf Hin- und Rückflug nur noch ein- und denselben Film an und wenn man was anderes sehen will, zahlt man EUR 7,00. Schon wieder eine tolle Geschäftsidee. 

Nachdem es dann irgendwann gegen 5.30 Uhr deutscher Zeit Abendessen gab, war es draußen inzwischen hell gewurden und ich fiel in einen unruhigen Schlaf.

Wir landeten dann mit fast 3 Stunden Verspätung mit unserem Tigerentenflieger und stellten nach einer Stunde Warten auf unsere Gepäck fest, dass es dem ständigen Umpacken nicht stand gehalten hatte. Bei einem Koffer war der Griff gebrochen, beim anderen die komplette Hartschale im Boden...

Und nun heißt es Abschied von Euch zu nehmen. Als wir die Idee dieses Blogs hatten, waren wir unsicher, ob uns tatsächlich jeden Tag genug Ideen zum Schreiben kämen und genügend schöne Bilder unsere Eindrücke belegen würden (Heute gab es nicht viel Schönes.), ob wir Lust haben würden, jeden Tag zu schreiben und vor allem, ob es tatsächlich jemand lesen würde.

Eure Rückmeldungen auf unterschiedlichsten Wegen haben uns gezeigt, dass Euch unsere Idee sehr gut gefallen hat und das Lesen des Blogs bei einigen zur festen Tagesaufgabe wurde. Das freut uns sehr.

Wir danken allen, die uns - wenn auch nur virtuell - auf dieser Reise begleitet haben. Es hat uns sehr viel Freude bereitet, Euch daran teilhaben zu lassen.

Für einen weiteren Austausch, z.B. über unsere zahlreichen Geschäftsideen (Das Fernsehmodell der Airline lässt sich z.B. auch gut in andere Bereiche übertragen.) stehen wir Euch selbstverständlich gern zur Verfügung. Aber bitte frühestens Morgen, denn der Jetlag hat uns ganz schön im Griff.

Und Kanada ist definitiv immer und auch wieder eine Reise wert.

Time to say ... auf Wiedersehen ... Kanada oder anders ... und Tschüß ...

Dienstag, 17.06.2014

Der letzte Tag machte uns die Abreise richtig schwer. Die Sonne strahlte von einem unglaublich blauen Himmel.

Nach dem Frühstück war erst einmal Koffer packen angesagt, zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir das heute noch häufiger tun würden. Aber dazu später mehr.

Wir ließen unser Gepäck im Hotel und machten uns zu dem 30 Gehminuten entfernt liegenden Point Pleasant Park auf den Weg. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass wir uns viel zu warm angezogen hatten. Heute fehlte der Wind fast vollständig und in der Sonne war es kaum auszuhalten. Wir liefen durch ruhige Straßen mir tollen bunten Holzhäusern mit gepflegten Vorgärten und teilweise großen Villen. Hier wohnen vermutlich die vermögenderen Leute  Der Park selbst entpuppte sich als alte Festungsanlage und Reste davon waren genauso zu sehen, wie -vermutlich extra aufgestellte-Kanonen. Überall ergaben sich tolle Blicke auf das Meer. 

Das Flugwetter schien fantastisch zu sein. Ständig kreisten Hubschrauber eines im Hafen liegenden französischen Hubschrauberträgers über uns und direkt neben uns startete dann noch der hiesige Rettungshubschrauber.

Auch zu Segeln waren anscheinend beste Bedingungen und so waren große und kleine Segler im Hafenbecken unterwegs. Es war die perfekte Postkartenidylle. Wir erwischten zum Mittag einen Fensterplatz in einem tollen Restaurant und genossen unser Abschiedsessen.

Mit dem Bus ging es dann zum Airport. Die Fahrt war unglaublich rasant und wir fragten uns, ob der Fahrer statt Bus lieber Rennwagen fahren sollte.

Nach der Ankunft am Flughafen dann die erste tolle Botschaft: Der Flieger hat mindestens 2 Stunden Verspätung, da er in Frankfurt zu spät los kam.

Dann wiederholte sich der Gepäckspaß vom Hinflug. Nur hatten die Mitarbeiter hier noch bessere Ideen. Unser Gepäck musste leichter als auf dem Hinflug sein, da waren wir sicher. Schließlich hatten wir diverses Infomaterial hiergelassen und auch nur wenige leichte Sachen eingekauft. Hier wurde nun das Handgepäck sofort gewogen. Das eine war leicht genug, da andere zu schwer. Nachdem wir die Wasserflaschen und das Essen herausgenommen hatten, was wir eh noch vor dem Check-In verzehren mussten, passte zwar das Gesamtgewicht, aber sie bestanden darauf, von einem in den anderen Rucksack umzupacken. Dann wurden die Koffer gewogen. Und welch Überraschung, das Gesamtgewicht stimmte. Zufrieden strahlten wir die Mitarbeiterin an. Und dann kam der Hammer: Sie bestand darauf, dass wir aus dem einen Koffer was rausnehmen und in den anderen reinpacken. Ennio war kurz vorm explodieren und sagte ihr das auch sehr deutlich. Sie meinte nur das wären halt die Bestimmungen. Schön, die hatten nur auf dem Hinweg auch keinen interessiert. Also wieder umpacken und wieder anstellen. Dann wurde natürlich alles nochmal gewogen, nicht, dass wir Bösen das Übergepäck nun in das bereits mit Baderole versehenen Handgepäck getan hätten. Und dann lief das Fass über. Als wir die Koffer aufgeben wollten (Das muss man dann nach Anbringen der Schilder durch das Personal selbst tun.), konnte ich meinen Koffer nicht aufgeben. Die Dame hatte nämlich einfach 2 Gepäckstücke mit insgesamt 46 kg auf eine Bordkarte erfasst. Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr......................

Und nun ist es 20.30 Uhr Ortszeit, 10 Minuten bevor wir eigentlich starten sollten, und wir sitzen mit unzähligen anderen Leuten im Abflugbereich herum und die Maschine aus Frankfurt ist noch immer nicht gelandet. Aber zum Glück gibt es hier ja FREE WIFI für alle.

Zurück in Halifax

Montag, 16.06.2014

Die heutige Tour war nur wenige Kilometer lang. Schon nach 15 Minuten hatten wir unser letztes Ziel in Halifax Downtown erreicht. Wir haben alle Sachen ausgeladen und konnten auch gleich im Hotel einchecken. Danach brachten wir Kai-Kia zu seinen Eltern ... er hat uns gute Dienste geleistet. Er brachte uns 4.117 km durch Regen, Wind, Nebel und Sonnenschein. Über die Highways dieser Gegend, die eher Schlaglochpisten genannt werden sollten und zu so manchem versteckten Reiseziel.

Unser Hotel befindet sich an der Zitadelle von Halifax. Von hier oben hat man einen tollen Blick über die Stadt. Für die Erkundungstour durch die Stadt war windfeste Kleidung erforderlich, denn es wehte ein stürmischer und kalter Wind. Ohne ihn wäre es ein angenehmer Tag gewesen, das merkte man immer wenn mal kein Wind ging. Unser Weg entlang des Boardwalk war trotzdem wunderschön. Besonders die Historic Properties lassen den Charm vergangener Zeiten wieder aufleben. Viel ist davon leider nicht erhalten. Halifax erlebte ein schweres Schiffsunglück im Hafen zu Beginn des 19.Jahrhundert (06.12.1917). Dabei wurde fast die gesamte Altstadt zerstört. Moderne Bausünden gibt es aber auch, so daß sich architektonische Schätze zwischen modernen Gebäuden verstecken.

         

Zum Mittagessen und zum Fußball gucken (Deutschland - Portugal) suchten wir uns am Wasser ein Restaurant mit Fernseher. Die Überlegung nochmal einen Lobster zu genießen wurde mit Blick auf den Marketprice verworfen. Der Hauptstadtaufschlag hatte Ennio den Appetit verdorben. Für den Preis gab es im "Outback" sogar riesige Lobster und nicht nur nen 1 1/4 lb. Dank unserer Bedienung konnten wir beide Halbzeiten genießen ohne selbst die Rechnung verzögern zu müssen.

Einen schönen Tee mit glutenfreien Muffins gab es dann nochmal bei der tollen glutenfree Eatery vom Ankunftstag. Wir beendeten die Stadtbesichtigung mit einem tollen Park. Hier konnte man nochmal richtig fühlen wie die Natur zum Leben erwacht.

      

Mit müden Füßen machten wir es uns in unserem Zimmer gemütlich. Trinken den verbliebenen Apfelwein aus der Winery in Neu Braunschweig und lassen den Tag bei Baseball im Fernsehen ausklingen.

Zu Besuch in Peggy´s Bucht

Sonntag, 15.06.2014

Nach dem Nebel bei unserer Ankunft am gestrigen Abend, regnet es am letzten Tag unserer Rundreise in Strippen. Die Nacht haben wir trotz einer Hochzeitsparty im Hotel und einem Zimmer genau an den Fahrstühlen gut verbracht. Ausgeruht (haben bis halb 9 geschlafen) ging´s zum Frühstück. Schon gestern war uns nicht ganz geheuer, wie all die Gäste des Hotels in einen 50qm großen Raum mit ca. 20 Tischen passen. Und so standen einige Tische vor dem Raum und es warteten etliche Gäste vor dem Raum. In gewohnter Manier setzen wir uns an einen freigewordenen Tisch ... upps ... hier wird man platziert!  Doch das Pärchen, denen wir den Platz genommen hatten, wartete noch etwas und dann erhielten auch sie einen Tisch im Frühstücksraum. Es war furchtbar laut und man holte sich Tee und Speisen von einem Buffett. Ennio konnte aus zwei verschiedenen Sorten glutenfreiem Brot wählen. Dazu gab es Konfitüre, Butter, Rührei. Man hätte sich sogar frische Waffeln selbst backen können. Kurios war, daß jeder Gast seinen Tisch selbst abräumen mußte und alle dies auch brav taten, so auch wir. Auch begrüßte uns der General Manager höchstpersönlich am Platz und erkundigt sich nach unserem Befinden und unseren Plänen für den Tag.

Für heute war der Besuch des South Shore geplant. Wir starteten über den Highway 103 nach Lunenburg, knapp 90 km von Halifax entfernt. Die Stadt ist bekannt als Heimathafen der Bluenose II, einem 2-Mast-Gaffelschoner und ist UNESCO Weltkulturerbe aufgrund der Bausubstanz aus dem 18. Jahrhundert. Es ist ein hübsches Städtchen an einem Hang mit einem schönen Hafen und vielen farbigen Häusern. Durch die Hanglage ist ein Stadtbummel anstrengend und das schwüle Wetter erschwerte die Anstiege zusätzlich. Naja, nix Gutes mehr gewöhnt vom vielen Autofahren. Durch die vielen Lobster erfolgen bei Ennio bereits erste Metamorphosen ... Wir konnten uns vorstellen welche Menschenmassen hier wohl in den Ferienzeiten flanieren, denn trotz des Regenwetters waren viele Menschen in der Stadt unterwegs.

       

Zu Mittag haben wir im einen Restaurant mit Blick auf den Hafen genossen. Wegen der enormen Außentemperaturen (ca. 20 Grad) wurde das Restaurant auf 16 Grad gekühlt. Wir ließen unsere Jacken an, denn es war uns zu kalt. Ennio hatte wieder einmal Scallops mit Risotto und Peggy Risotto mit Lobsterschwanz. Boä, hat das wieder satt gemacht. Draußen tauten wir langsam wieder auf.

Kurz vor unserer Weiterfahrt entlang der Leuchtturmroute zurück nach Halifax hatten wir das Vergnügen einen Feuerwehreinsatz mitzuerleben. Der Ton der Sirenen ging uns durch Mark und Bein.

In Mahone Bay, einem ebenso schönen Städtchen, hielten wir an und bummelten durch einige Läden mit maritimen Sachen die Hauptstraße entlang. In einer Tea Brewery tranken wir eine Kanne schwarzen Tee mit Heidelbeeren. Und zum Abschluß gab es noch hausgemachtes Eis. Leider setzte dann mal wieder Regen ein und wir fuhren weiter über Chester die Küste entlang nach Peggy´s Cove.

Als wir das Tagesziel unserer heutigen Tour erreichten, fing es schon an dunkel zu werden. Und das nicht nur weil wieder dicke dunkle Wolken heranzogen. Das Dorf liegt pitoresk zwischen mächtigen Garanitblöcken in einer Bucht. Die zaghaften Versuche der Sonne durch die dichte Wolkendecke zu dringen, ließ die Farben der Häuser leuchten. Es zog Wind auf und die Wellen schlugen mit Gischt an die Felsen. Wir liefen ein wenig über die tollen Felsformationen. Dies war nun ist der Grund, warum wir nach Kanada kamen ... Peggy´s Bucht ... nur für sie gaaaaanz allein. 

       

Unser Abendessen nahmen wir im Restaurant des Hotels ein. Das war bequem und so können wir nun auf dem Bett fletzen und Peggyˋs neues T-Shirt bewundern.

Drei Arten Nass

Samstag, 14.06.2014

Heute hieß es Abschied aus unserem doch sehr lieb gewonnenen "Museum" nehmen. Aber natürlich nicht ohne eine von Dougs kreativen Frühstücksideen. Er bereitet für uns Shashuka zu und er hatte das vorher wohl noch nie gemacht. Bei uns würde man das wohl eher nicht zum Frühstück essen, aber es war sehr lecker. Es besteht aus stückigen Tomaten, Zwiebeln und Paprika und diversen Kräutern und wird vollständig gegart. Dann drückt man kleine Mulden hinein und schlägt jeweils ein Ei hinein. Dann geht alles kurz in den Ofen. Das Ei gart nach dem Herausnehmen durch die heiße Gemüsemischung weiter. Doug war selbst so stolz auf sein Werk, dass wir ihn überredeten, mit uns zu essen und uns noch eine Weile mit ihm unterhielten.

Im strömenden Regen (nass 1) verabschiedeten wir uns dann und da es bereits die gesamte Nacht geregnet hatte, beschlossen wir schweren Herzens auch heute auf die geplante Wanderung zu verzichten. Aber wir hatten Euch ja noch eine Weinprobe (oder auch mehrere) versprochen.

Wir starteten mit einer Winery in der Nähe unserer Unterkunft und probierten 4 Weine, 2 weiße, einen rose und einen roten. Unser Gesamturteil lautet: nass 2. Man merkt den Weinen deutlich an, dass es hier zu wenig Wärme und vor allem zu wenig Sonne gibt. Es werden spezielle Trauben angebaut, die nur hier reifen (z.B. L´Acadie Blanc), aber auch bekannte Trauben wie Chardonney. In Summe werden häufig Blend-Weine hergestellt, da die Traubenmenge nicht ausreicht. Das Ergebnis ist sehr trocken und leider auch tatsächlich oft sauer oder bitter, keine schöne Kombination und das, obwohl fast alle Weine ein hervorragendes Bukett hatten. Der Service im Geschäft war hervorragend und so erfuhren wir sehr viel über den Weinbau und die Chancen und Probleme damit.

Wir fuhren weiter zum Farmersmarkt nach Wolfville. Auch hier waren einige Winzer vertreten. Ich probierte auf Empfehlung einen süßen Weißwein, wonach ich sofort Kopfweh bekam, auch der trockenen Rote schmeckte nicht wirklich besser.

Einen Versuch wollten wir allerdings noch starten. Wir fuhren zu einer größeren Winery mit angebundenen Bistro und wurden direkt mit einem Glas Sekt, gekeltert aus Trauben, schwarzen Johannisbeeren und Apfel, begrüßt. Das war eine interessante, aber durchaus trinkbare Erfahrung. Wir entschieden uns für 1 Tasting (Einer musste ja fahren) mit 4 Weinen. Warum wir am Ende 6 bekamen, bleibt das Geheimnis des Chefs, der uns persönlich bediente. Wir probierten 3 weiße und 3 rote Weine. Ein Weißwein roch tatsächlich wie das Meer, nach Algen, Tang und Salz. Die Rotweine waren deutlich komplexer und wir erfuhren, dass dafür ein Teil der Trauben so lange getrockten wird, bis fast Rosinen entstehen. Diese werden dann mit frischen Trauben gemischt. Die Aromen bleiben, aber die Süße hat keine Chance zu dominieren. Nach diesem Tasting brauchten wir eine Pause. Wir setzten uns in ein überdachtes Zelt auf dem Weinberg und ließen uns eine Käseplatte und einen Antipastiteller schmecken. Eine Besonderheit dieser Winery ist eine rote Telefonzelle mitten zwischen den Reben aus der man kostenfrei überall hin in Nordamerika telefonieren kann. 

 

Als wir aufbrachen war es bereits Nachmittag und wir überlegten, wo wir eigentlich am Abend Essen wollen. Aus einer Laune heraus entschieden wir uns, die 2 stündige Fahrt nach Digby und damit verbunden eine geplant 3 stündige Rückfahrt zu unserem nächsten Hotel in Kauf zu nehmen. Wir wollten bis an die Spitze des Festlandes 40 km hinter Digby fahren, um nochmals Wale zu sehen. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und es regnete wie aus Eimern (wieder nass 1). Ca. 4 km vor dem Ziel kam zum Regen starker Seenebel hinzu (nass 3) und wir hätten den Wal nur sehen können, wenn er maximal 10 m vor uns gewesen wäre.

Wir beschlossen daher, nach Digby zum Abendessen zu fahren. Nach einem Spaziergang durch Stadt und Hafen (Das Wasser floss gerade mal wieder ab und man konnte im Hafenbecken deutlich den Unterschied zwischen Ebbe und Flut erkennen.), kehrten wir in ein Restaurant ein. Ennio testet die berühmten Digby-Scallops und wir sahen die Scheren eines 169 Jahre alten Hummers, unglaublich aber wahr.

     

Nass 3 holte uns dann auf dem Heimweg wieder ein und wir irrten durch den Nebel zum Hotel. Zum Glück brauchen Navis keine ausreichende Sichtweite... 

Gezeiten ... unendliche Weiten

Freitag, 13.06.2014

Es hatte die ganze Nacht geregnet. Dem entsprechend war es am Morgen recht neblig und die geplante Wanderung machte keinen Sinn. Unser Hausherr versorgte uns zum Frühstück mit Blaubeer-Pancakes, frischem Obst, Rosinen-Zimt-Brot (LECKER), normalem Toast und tollen Marmeladen, alles glutenfrei.

Wir verbrachten den Vormittag mit ein wenig relaxen, lesen und Postkarten schreiben. Dabei sahen wir den Gezeiten von der Lounge aus zu.

   

Am Nachmittag brach die Wolkendecke auf und die Sonne kam heraus. Wir fuhren zum Cape Split, einer Landspitze, die in Minas Basin ragt und von wo es zur gegenüberliegenden Seite nur wenige Kilometer sind. Vorausgesetzt man würde schwimmen. Dort führt der eigentlich geplante Wandertrail bis auf die Spitze des Kaps, wo man die Gezeiten besonders toll beobachten kann. Der Weg ist allerdings 16 km lang und ist mit 5 Stunden Gehzeit angegeben. Dafür war es definitiv heute zu spät.

Wir fuhren nach Halls Harbour zu einem späten Mittagessen zu einem Lobster Pound. Das Wasser lief gerade ab und nach wenigen Minuten hier lagen die Boote völlig auf dem Trockenen. Im Restaurant gab es schon das Vatertagsspecial, dass man Ennio sofort anbot (Hier ist am Sonntag erst Vatertag, also an alle Väter: Feiert doch Sonntag nochmal aus Solidarität den Kanadischen Vatertag, Eure Frauen werden sich freuen.). Es gab also mal wieder einen mehr als 1 kg schweren Hummer. Der Laden war sehr lustig. Im Souvenirshop suchte man zwischen Postkarten, Lobstersocken und Weihnachtsbaumschmuck sein Essen aus, bekam es lebend in einen Korb gesetzt, brachte es dann selbst zur Küche, bekam einen 50 cm hohen Tischaufsteller zur späteren Zuordnung, suchte sich einen Platz im Restaurant und wartete auf das frisch zubereitete Essen.

 

Für den geplanten Besuch der Weingüter war es danach definitiv auch zu spät und wir machten noch einen kurzen Abstecher durch Wolfville und seinen völlig trocken liegenden Hafen.

Auf dem Rückweg wählten wir den Weg entlang der Küste und gingen noch auf einem trocken gefallenen Strand spazieren. Da am Cape Split die Sicht nach Westen frei ist hofften wir, dort den Sonnenuntergang genießen zu können. Leider war es dazu inzwischen wieder zu bewölkt.

     

Wir entschlossen uns daher noch zu einem kleinen Strandspaziergang an unserem Haus, der nur bei Ebbe möglich ist. Uns bot sich ein einmaliger Blick auf den Horst eines Weißkopfseeadlers und er saß direkt auf einem Ast daneben, ein schönes und stolzes Tier.

   

Übrigens: Das glutenfreie Bier aus Reis und Buchweizen ist zwar ein wenig süß, aber ansonsten sehr lecker.

Nachts im Museum ...

Donnerstag, 12.06.2014

Heute verlassen wir unser Inn und auch Cape Breton mit einem weinenden Auge. Die Gegend hat uns sehr gut gefallen, doch leider ist die Zeit hier jetzt vorbei. Es gibt noch Vieles zu entdecken. Auf jeden Fall ein lohnendes Ziel für eine Wiederkehr und dann auch länger.

   

Auf der Fahrt nach Blomidon, unserem nächsten B & B auf unserer Tour durch die "Maritimes" fuhren wir nun entlang Minas Basin an die gegenüberliegende Spitze der Bay of Fundy, vis a vis Hopewell Cape. Die Ufer gleichen denen in New Brunswick, doch wird hier mehr Landwirtschaft und Viehzucht betrieben. Und hier gibt es diverse Winzer. Den Einen oder Anderen werden wir für Euch testen  Leider zogen immer mehr Wolken auf, aber es blieb trocken. Die Boote stehen hier ähnlich denen in der Bretagne auch auf dem Meeresboden.

      

Unser B & B "The Lyons Cove" liegt ruhig und ein wenig versteckt direkt am Wasser. Aus der Lounge mit gemütlicher Couch blicken wir auf Minas Basin. Wir wurden von unserem Innkeeper herzlich begrüßt und gleich gebeten unsere Straßenschuhe doch auszuziehen, da die Treppe sehr kratzempfindlich sei.  Bevor wir das Zimmer sehen konnten, hat der Hausherr für uns noch die TCAD 35 teure Treppe gesaugt. Was für ein Service.

Wir durften uns alle Zimmer ansehen und auf Empfehlung des Hausherren haben wir ein andere Zimmer als das reservierte mit mehr Fenstern genommen. Daneben gibt es noch 2 Suiten, die mondän eingerichtet sind. Es gibt einen Billardtisch, große Kamine und viele Ledermöbel und dunkle Schränke. Alles wirkt antik, doch das Haus besteht erst seit 7 Jahren. Vorher gab es an der gleichen Stelle ein Cottage. Wir fühlten uns wie in einem Museum und das vorallem weil wir ganz allein in diesem riesigen Haus bleiben sollen.

     

Zum Abendessen fuhren wir nach Kentville ca. 25 km von unserer Unterkunft. Dies war eine geschäftige Kleinstadt und in einem irischen Pub gab es glutenfreien Burger für Ennio und Fajitas mit Hähnchen für Peggy. Im Liqui-Store kauften wir noch mal glutenfreies Bier für Ennio. Gebraut aus Reis und Buchweizen. Ennio wird berichten wie es geschmeckt hat.

Ein Moose trägt keine Shoes

Mittwoch, 11.06.2014

Heute stand also die zweite Hälfte des Cabot Trail und des Cape Breton Nationalparks an. Wir starteten in Richtung Westen, begleitet von Sonnenschein und starken Windboen. Warm ist definitiv etwas anderes. Die Küste im Westen ist deutlich rauher und erklimmt Berge bis zu 500 m. Ich weiß, wir alle kennen andere Höhen, aber gepaart mit dem Wald und dem Ozean ergeben sich atemberaubende Aus- und Einblicke.

Die Marschverpflegung sicherten wir uns bei einem Boulanger. Ok, er ist auch nur ein Bäcker, aber in Cheticamp hat alles französischen Urspung. Die Auswahl in dem nicht mal 5 qm großen Laden war beeindruckend und unglaublich preiswert. Bewaffnet mit Muffins, Scones, Cookies und Zimtrollen machten wir uns auf den Weg, schließlich soll man sich ja abwechslungsreich ernähren 

Wir hatten für heute den Skyline Trail ausgesucht, 9 km durch Wald und an den Rand der Küste. Viele hatten uns erzählt, dass es hier ganz sicher Elche zu sehen gibt und jeder hatte abgeblich auch welche gesehen. Also waren wir sehr gespannt, denn wie Ihr wisst, suchen wir sie ja schon seit Tagen. 

Leider empfiehlt jeder Parkwächter und jeder Vermieter den Gästen diesen Trail. Spätestens am Parkplatz war das deutlich zu sehen und das, obwohl Off-Season ist. Grundsätzlich sind die Nationalparks super ausgestattet und verfügen an jedem Trailbeginn über Parkplätze, Toiletten und Infotafeln. Auch unterwegs gibt es immer wieder Tafeln und ein Verlaufen ist nahezu unmöglich. Wir fanden dann auch noch einen Platz für Kai Kia und machten uns auf den Weg. Der Wind war sehr stark und wir doch sehr froh, dass wir Jacken und Mützen mitgenommen hatten. Letztere entwickelten allerdings ein Eigenleben.

Der Trail war wirklich wunderschön und von den vielen Menschen auf dem Parkplatz war hier kaum etwas zu sehen. Warum, erklärte sich später. Wir liefen durch Wald bis an die Spitze, die über einer Klippe am Ozean liegt. Hier wurde wieder ein Boardwalk installiert, damit man weiter in geschütze Lebensräume von Pflanzen und Tieren vordringen kann. Hier genossen wir dann auch unser ausgewogenes Lunchpaket. Wir gingen ganz langam und versuchten hinter jedem Busch ein Moose zu finden, aber vergeblich. Auf den Wegen lag allerdung soviel Moosekacke, dass wir schon Witze darüber machten, ob vielleicht das Parkmanagement diese regelmäßig verteilt und dann kostümiert durch den Wald läuft. Das einzig Wilde war das Bellen eines Coyoten in der Ferne. Die meisten Menschen gingen übrigens nur direkt zum Boardwalk und wieder zurück. Das spart ca 2 Stunden Zeit und erklärte, warum wir auf dem Rundweg kaum jemandem begegneten.

Wir waren sehr traurig, wieder kein Moose gesehen zu haben, wo wir doch scheinbar die einzigen Menschen sind, denen das dort passiert. Aber der tolle Trail entschädigte uns.

Für den Rückweg wählten wir den Teil, der uns bereits von gestern bekannt war und genossen nochmals die tollen Ausblicke. Das Meer erschien heute deutlich dunkler.

Als wir nach dem Abendessen zu unserem Inn fuhren, trauten wir unseren Augen nicht.   

Da stand es, keine 500 m von unserem zu Hause an einem Teich mitten im Ort und es trug definitiv keine Shoes...

  

Auf der Suche nach dem Moose

Dienstag, 10.06.2014

Der Morgen begann mit herrlichem Sonneschein und nach einer Routenempfehlung von unserem Innkeeper beim Frühstück starteten wir unsere Tour entlang des berühmten Cabot Trail. Der Trail ist rd. 300 km lang. Schon beim Start war uns klar, dass wir ihn nicht in einem Rutsch entlang fahren werden.

Der empfohlene Weg führte uns etwas abseits der offiziellen Route erst zu einer Kabelfähre in Englishtown. Danach fuhren wir durch den National Park Cape Breton. Beim Erwerb des Tagestickets für den National Park am Eingang wurden wir auf das richtige Verhalten ggü. den diversen Tieren hingewiesen. Es gibt hier wieder Schwarzbären, Elche (Moose) und Coyoten. Zur Vertiefung gab es ein großes Faltblatt. Haupthinweis: Tiere nicht füttern. Außerdem ist es verboten, irgendwelche Dinge (z.B. Muscheln und Steine) in die Tasche zu stecken. Auf die Frage ob das auch für das Moose gilt bekamen, wir die Antwort der freundlichen Parkrangerin ... NO ... but I want to see that ...

An der Keltic Lodge machten wir halt um den hier beginnenden Trail zu den Klippen zu wandern. Die Keltic Lodge ist eine Schwester der Liscombe Lodge in der wir anfangs unserer Reise schon übernachtet hatten (zweiter und dritter Tag). Es war ein gut ausgebauter Wanderweg durch Wald und vor auf die mit Gras bewachsenen Klippen. An den Klippen angekommen hielten wir Ausschau nach Walen und Delphinen, die von hier aus manchmal zu sehen sind. Wir hatten leider kein Glück ... und so versuchten wir an einer anderen Stelle des Cabot Trail unser Glück.

      

Die Straße führt mit vielen Serpentinen die Küstenlinie entlang. Flache weiße Standstrände gibt es hier. Viel Wald und immer wieder steile Klippen in denen Seevögel brüten und ihre Jungen aufziehen.

       

Bei Neil´s Harbour fuhren wir auf der Suche nach einem Mittagessen an den Leuchtturm, denn da war ein Restaurant vom Highway her ausgewiesen. Das hatte aber noch nicht geöffnet. Die Saison hat noch nicht begonnen. Das Restaurant liegt auf einer hohen Klippe und man hat einen tollen Blick über das Meer ... und da war ER nein SIE ... WALE ... Mit bloßem Auge erkennbar. Mit unserem Fernglas konnte man sie fast anfassen. Das war dann ein guter Trost und wir fuhren weiter nach White Point, einem kleinen Fischerhafen fast im Norden der Insel.

Gegen 4 Uhr erreichten wir die Abzweigung Richtung Nordkap. Ja, auch hier gibt es das. Mit Blick auf die Uhrzeit und die weitere Strecke - wir waren 149 km gefahren - entschlossen wir uns umzukehren und den Trail morgen von der anderen Seite der Insel kommend zu befahren.

Eine abschließende Etappe führte uns dann noch über eine Sandstraße 5 km in den Wald hinein zu einem tollen Wasserfall. Leider konnten wir ihn nicht so richtig genießen, weil uns die Mücken auffressen wollten. Hier gab es aber noch die berühmten Fiddleheads ... auch Waldspargel genannt. Dies ist auch eine gute Moose Area wie wir von John, dem Innkeeper wußten ... leider haben sich die Elche vor uns versteckt ... wir haben trotz intensiver Suche kein MOOSE gesehen 

    

Zum Abendessen gab es für Ennio einen Lobster und für Peggy ein Lobster Sandwich. Den Lobster durfte Ennio sich selbst aus den Hälterbecken heraussuchen und mit einem Kescher fangen. Da waren wieder Unmengen von Lobstern drin.

    

Vom Prince zum Bretonen

Montag, 09.06.2014

Bevor ich es vergesse, liebe Gela, viele Grüße von Anne. Sie hat sich über Deine sehr gefreut und meinte, beim nächsten Mal solltest Du doch einfach selbst mitkommen. Zum Abschluss hat sie uns noch ein paar Pralinen empfohlen, aber das mit dem Lebensmittel mitbringen ist nicht so einfach. Aber als gute Freunde essen wir sie einfach für Dich 

Heute hieß es also Abschied von P.E.I. und dem Beachhouse Inn nehmen. Brenda verwöhnte uns nochmal mit Frühstück und verabschiedete uns herzlich. Unweit vom Inn gibt es einen tollen Strand, den wir zum Abschied besuchten und auch den Fischern in French River sagten wir noch Goodbye.   Wir konnten die Insel allerdings nicht verlassen, ohne noch das angeblich beste Eis Kanadas probiert zu haben. Also hielten wir bei Cow´s (Kühe) und probierten 3 Sorten. Es war tatsächlich sehr lecker.

Danach hatten wir es ein wenig eilig, da wir die Fähre um 13.00 Uhr erreichen wollten. Unglaublich, wieviele Trucks und PKW auf so ein Schiff gehen. Die Überfahrt nach Nova Scotia dauerte 75 Minuten. Wir ließen uns die Seeluft um die Nase wehen und genossen ein ausgiebiges Picknick.   Dummerweise kann man die Ankunft nicht sehen, da man vorher zum schnellen Entladen bereits ins Auto geschickt wird.

Nach der Ankunft ging es dann unverzüglich nach Cape Breton, wo wir unsere neue Unterkunft bezogen. Das Haus und insbesondere die Lage gefallen uns sehr und erst der Blick aus unserem Zimmer...

Das Haus befindet sich direkt am Bras d´Or Lake und am berühmten Cabot Trail, den wir ab Morgen erkunden werden.

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